Ausflug zum Himmelmoor
Nach mehrjähriger Pause, bedingt durch die Coronavirus-Pandemie, fand dieses Jahr am 12. Juli wieder ein Ausflug mit den ehrenamtlichen Helfern statt. Ziel war das Himmelmoor in Quickborn. Mit ursprünglich rund 600 Hektar Mooroberfläche war das Himmelmoor das größte Hochmoor Schleswig-Holsteins. Hochmoore werden im Gegensatz zu anderen Moortypen ausschließlich durch Regenwasser gespeist und sind in der Lage große Menge Kohlendioxid zu speichern. Die Urbarmachung und damit Trockenlegung des Himmelmoores begann um 1780. In den 1870er Jahren begann der industrielle Torfabbau unter Zuhilfenahme von Maschinen. Seit 1915 wurde dort ein Arbeitslager für Strafgefangene betrieben. Im Zweiten Weltkrieg gab es neben dem Lager für Strafgefangene auch noch ein Lager für Kriegsgefangene. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1980er Jahre haben Strafgefangene der Justizvollzugsanstalt Neumünster im offenen Vollzug dort Torf abgebaut. Der Torfabbau im Himmelmoor endete 2018. Seit vielen Jahren wird eine schrittweise Renaturierung dieses Moores betrieben. Mit der Torfbahn erkundeten die 27 Mitarbeiter des Museums in 2,5 Stunden das Landschaftsschutzgebiet. Bei mehreren Zwischenstopps informierte Natur- und Landschaftsführer Dan Zelck die Gruppe über die Geschichte des Himmelmoores sowie die dortige Fauna und Flora. Das Himmelmoor ist reich an verschiedenen Vogel- und Libellenarten. Hinzu kommen diverse Reptilien und Amphibien wie Schlingnatter und Kreuzotter sowie die Kreuzkröte und der Moorfrosch. Die sehr nährstoffarme und saure Umgebung bietet nur angepassten Spezialisten einen geeigneten Lebensraum. Hierzu zählen u.a. der Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze, oder das Wollgras. Auf den Flächen rund um das Zentrum des Moores, wo kein Torf mehr abgebaut wird, hat sich ein Bruchwald aus Moorbirken entwickelt. Diese Birkenwälder sterben durch die stetige Vernässung des Areals langsam ab, so dass sich dort Torfmoose ansiedeln können, die dann das Torfwachstum fördern. Nach der einzigartigen Torfbahnfahrt durch die wunderschöne Moorlandschaft kehrte die Gruppe in das nahegelegene Restaurant „Zum Schützenhof“ in Borstel-Hohenrade ein. Dort gab es in gemütlicher Runde ein leckeres Bratkartoffelbuffet mit Roastbeef, Sauerfleisch und Matjes.
Wasser zwischen den aufgeschütteten Dämmen
Foto: FMSH